Dienstag, Oktober 03, 2006

Liesl, mein Idol

Eine neue Studie besagt, dass knapp 45 Prozent der Frauen zwischen 30 und 55 Jahren einem Idol nacheifern oder sich zumindest ein Idol wünschen. Wie das ganze bei Männern aussieht wurde nicht untersucht, dementsprechend fühle ich mich als Mann unter 30 diskriminiert und möchte festhalten, dass auch wir Männer Vorbilder haben denen wir nacheifern.

Mein Götze hat sich Form von „Bildungs“ministerin Elisabeth „Liesl“ Gehrer manifestiert. Genau genommen nicht die Person selbst hat es mir angetan, sondern ihr Amt und ihre Arbeitsmoral.

Was gibt es erstrebenswerteres als Bildungsminister/in zu werden? Ich kann mir beim besten Willen nichts Einmaligeres imaginieren. Die Vorteile liegen doch auf der Hand:


  • Man braucht nicht selbst denken oder sich gar eine eigene Meinung bilden (Eigene Meinung - Wie absurd!), das übernimmt schon der Bundesparteiobmann (obgleich man dann seine Positionen als die eigene verkaufen sollte/muss).

  • Man ist für nichts verantwortlich und muss nur die Schuld auf die faulen Akademiker bzw. Institute abwälzen.

  • Ahnung von der Realität auf den Universitäten oder von der Realität per se sind nicht erforderlich.

  • Meine primären Beweggründe sind jedoch, dass man im Oktober mit dem schwarzen Schweigekanzler das Erntedankfest verbringen darf, im
    Winter mit ihm Rodeln und Eisstockschießen geht und wenn Wahlen anstehen mit den restlichen VP-Konservativen ein Liedchen aus dem
    "ÖVP-Singbuch" anstimmt (nur das Spargelessen mit dem Jörgi bleibt einem verwehrt, ist anscheinend ein rotes Privileg)...

  • ...und zu guter Letzt kann man von Studierenden, die ohne Selbstverschulden ihr Studium nicht vollenden können, 378,22 Euro Studiengebühr einkassieren.

Ich glaube ich werde meine Studium beenden, der ÖVP beitreten, zum Opportunisten par excellence mutieren und nach einigen Jahren bin ich Bildungsminister. (Achja ein wichtiges Kriterium habe ich vergessen: natürlich werde ich mich auch von meinem Realitätssinn trennen.)

Danke liebe Frau G., dass sie mir die Augen geöffnet und mir klar gemacht haben: Es sind keine besonderen Qualifikationen oder gar Wissen über Bildung von Nöten um für dieses Ressort als Minister ernannt zu werden.
In diesem Sinne: Kinder statt Partys!